Da sie als nichtbehinderte Partner:innen bei den 34. Landessportspielen des BSSA – am 23. August in Weißenfels in sportlichen Tandems – je ein Mensch mit und ein Mensch ohne Behinderung – starten, haben 84 Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen des Burgenlandkreises (BbS) fünf Tage vor der Veranstaltung die Chance genutzt, das landesweite Schulprojekt Rollstuhlsport macht Schule wahr zu nehmen.
Sie konnten ihr Schulgelände per Alltagsrollstuhl im wahrsten Sinn des Wortes neu erfahren und lernten in der Sporthalle den Sportrollstuhl mit seiner Dynamik nicht als Hilfsmittel, sondern als Sportgerät aus einer völlig neuen Sicht kennen.
Beim Befahren des Schulgeländes wurde schnell klar, dass es kleinste Dinge gibt, die für Rolli-Fahrer Herausforderung sind, die die Jugendlichen vorher so gar nicht wahrgenommen hatten. „So anstrengend hatte ich es mir nicht vorgestellt“, sagte eine der Jugendlichen, nachdem sie sich die kleine Rampe vom Parkplatz zur Sporthalle hochgekämpft hatte. Bis auf sehr wenige Ausnahmen nahmen alle Jugendliche diese und die anderen Herausforderungen an. In der Sporthalle stand die Freude an Bewegung deutlich im Vordergrund. Kurze Fahrproberunden, vorwärts, rückwärts und kurze Spiele, wie Fangen, dann ging es zum finalen Rollstuhlbasketballspiel.
Vom Pädagogenteam der BbS verfolgte Deutschfachlehrer Daniel Siegmund aufmerksam das Geschehen und ließ es sich nicht nehmen, gleich zwei der drei Durchgänge aktiv im Rollstuhl mitzumachen. „Es wäre sehr gut, dieses Projekt dauerhaft an unserer Schule durchführen zu könne“, das möchte er im Team der Schulleitung einbringen. Am kommenden Samstag gilt es für die jungen Leute, das Gelernte in die Tat umzusetzen und einen tollen inklusiven Tag mit ihren Sportpartner:innen zu erleben.Das Fazit zeigte sich in den Fragerunden der drei Durchgänge. Am meisten bewegte die jungen Leute, warum Rolli-Trainer Mathias Sinang im Rollstuhl sitzt und wie dies sein Leben verändert hat, wie er damit umging. „Wie lange dauerte es, bis du dich mit der neuen Situation als Rollstuhlfahrer arrangiert hast“? „Hast du trotz und mit Rollstuhl ein ganz normales Familienleben“? Mati antwortete in seiner entspannten Art wahrheitsgemäß, sein neues Leben nach mehr als 30 Jahren im Rolli sehr schätzend.
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