Am 19. August hatten zwei Klassen des Ökumenischen Domgymnasiums Magdeburg die Chance, das landesweite Schulprojet Rollschulsport macht Schule zu nutzen. Für die 26 Schüler:innen der Klasse 8b verlief der Start in die Projektzeit etwas anders, als sonst üblich. BSSA-Präsident Dr. Volkmar Stein begrüßte die Jugendlichen und Ministerpräsident Sven Schulze, der den Tag mit einer privaten Spende ermöglichte. Der Fokus der Begrüßungsworte von Sven Schulze lag in der Wertschätzung für die Arbeit des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Sachsen-Anhalt e. V. (BSSA). Reflektierend auf seine Teilnahme an den Landessportspielen des BSSA – gemeinsam aktiv im vergangenen Jahr legte er den Jugendlichen ans Herz, die Chance des Ausprobierens zu nutzen und offen auf Menschen mit Beeinträchtigung zuzugehen.
Erst etwas zögerlich, dann zunehmend aktiv testeten die Achtklässler und im zweiten Durchgang 25 Schüler:innen der Klasse 9a die Rollstühle. Mit Rolli-Fahrer Mathias Sinang und Paul Beyer vom BSSA erlebten sie den Rollstuhl als Sportgerät. Als überraschend nahmen sie die Dynamik der Rollis wahr und probierten sie bis zum abschließenden Rollstuhlbasketballspiel aus. Es gelangen gute Spielzüge und der eine oder andere Ball konnte im Korb versenkt werden.
Mit Robert Strohschein, auch vom BSSA, erfuhren sie in Alltags-Rollstühlen das Schulgelände und den angrenzenden Park. So erlebten sie in Praxis und selbst bei einsetzendem Regen, wie sich Kopfsteinpflaster, Bordsteinkanten, sandige Wege und Hügel für Rollstuhlfahrer anfühlen.
Der Spaß kam dabei für die Jugendlichen nicht zu kurz, doch auch die Ernsthaftigkeit des Themas wurde deutlich. Das zeigte sich in der Vielzahl und Vielfalt der Fragen, die sie im Gespräch an Rolli-Fahren Mathias stellten. Von der Ursache seiner Querschnittlähmung über den Umgang mit der Diagnose vor über 35 Jahren, seine beruflichen Tätigkeiten, über ganz viel Sport, Kosten für Hilfsmittel und Verständnis anderer Menschen für seine Situation bis hin zu Familie, Alltäglichem und Persönlichem wie Duschen, Toilettengang und Liebe zog sich das Spektrum der Fragen. Mathis antwortete geduldig und mit dem ihm eigenen Humor.
Sein Fazit kam bei den jungen Leuten gut an: „Es ist ein etwas anderes und ein schönes Leben. Ich möchte die vergangenen 35 Jahre auf keinen Fall missen“.





