So wie bereits andere angehende Pflegefachkräfte und Heilerziehungspfleger erlebten auch heute 19 Berufsschüler:innen der BbS V für Gesundheit, Körperpflege und Sozialpädagogik in Halle (Saale) eine praxisorientierte Projekteinheit in Rollstühlen.
Der Koordinator des Projektes Rollstuhlsport macht Schule, Volker Möws vom BG Klinikum Bergmannstrost Halle, erkundete mit den Jugendlichen die Schulumgebung in Alltagrollstühlen. Einen kleinen Berg hoch und dann wieder herunter zu rollen, fiel manchen recht leicht, andere Berufsschüler:innen gingen die Aufgabe recht vorsichtig an. Das Kopfsteinpflaster vorm Schultor war vorher niemandem als solches aufgefallen, jetzt im Rolli wurde man ziemlich durchgeschüttelt. Die Fahrtechnik geübter Rolli-Fahrer ist nicht in wenigen Minuten erlernbar, doch die jungen Leute bemühten sich, die kleinen Vorderräder der Rollstühle anzuheben und so vorwiegend auf den großen Hinterrädern voran zu kommen. „Es ist gut, das mal so zu erleben. Es wird mir sicher helfen, wenn ich später mal Patienten im Rollstuhl betreuen muss“, meinte eine der jungen Frauen.
Rollstuhlfahrer Mathias Sinang stellte in der Turnhalle den Rollstuhl als Sportgerät vor. Schnell überzeugte die Dynamik der Sportrollis. Nach kurzen Übungen folgte Rollstuhlbasketball und mancher Ball landete zur allgemeinen Freude tatsächlich im Korb.
In der Abschlussgesprächsrunde kamen einige Fragen an Mathias auf, die in Verbindung mit dem Berufsziel der jungen Leute standen. „Wie bewältigst du das morgendliche Aufstehen, das Ankleiden und Duschen?“ „Wobei benötigst du Hilfe?“ Rollstuhlfreundlichkeit im öffentlichen Raum und Barrierefreiheit in Deutschland, gerade im Vergleich mit anderen europäischen Ländern, war ein weiteres diskutiertes Thema. Hinweise des Rolli-Fahrers, z. B. zur Achtsamkeit bei Druckstellen auf der Haut, die schnell zu gefährlichen Entzündungen werden können, wurden mit wissendem Kopfnicken der zukünftigen Pflegekräfte aufgenommen.
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